Viele Probleme und komplexe Aufgabenstellungen für Gemeinden im ländlichen Raum lassen sich nicht mehr allein auf lokaler Ebene lösen.

Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ haben sich die Gemeinden Leinach, Erlabrunn, Himmelstadt, Margetshöchheim, Retzstadt, Thüngersheim und die Märkte Zell und Zellingen mit den Ortsteilen Retzbach und Duttenbrunn zur Allianz „Main-Wein-Garten“ zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie ein „Integriertes ländliches Entwicklungskonzept“ (ILEK) für die zukünftige Entwicklung der Region und zur besseren Zusammenarbeit der Kommunen erarbeitet.

Aufgabe des ILEK war die Erarbeitung von gemeinsamen Handlungsstrategien in verschiedenen Bereichen („Handlungsfelder“) und die Entwicklung von zukunftsorientierten und nachhaltigen Lösungsansätzen in interkommunaler Abstimmung zur Stärkung der Region. Es sollten Einsparmöglichkeiten erschlossen und Projekte, die die Gemeinden nicht alleine realisieren könnten, gemeindeübergreifend geplant werden. Im Zentrum stehen dabei die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Bewohner, der bessere Umgang mit den demographischen Veränderungen, die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und die Steigerung der Attraktivität für Gäste und Erholungssuchende.

Wesentlicher Bestandteil der Integrierten Ländlichen Entwicklung ist der intensive interkommunale Dialog, dem in den Sitzungen des Lenkungsausschusses eine Plattform geboten wird. Im Lenkungsausschuss treffen sich regelmäßig die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, die Arbeitskreisleiter, das Amt für Ländliche Entwicklung sowie weitere Behörden und Stellen. Sämtliche Projektschritte und –ergebnisse werden innerhalb des Lenkungsausschusses besprochen und abschließend gemeinsam entschieden.

Eine weitere wichtige Komponente ist eine intensive Beteiligung der Bürgerschaft. Bürgerinnen und Bürger sind dabei eingeladen, ihre Ideen in den Prozess einzubringen, um das Profil der gemeinsamen Zukunft der Region zu schärfen.

Von der Idee zum fertigen Konzept

In einem Seminar an der Schule der Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim im Februar 2014 haben die Bürgermeisterin und die Bürgermeister sowie interessierte Gemeinderäte aus den Allianzgemeinden die Stärken und Schwächen ihrer Region bearbeitet und erste Lösungsansätze entwickelt. Die Kommunen haben daraufhin im Sinne eines interkommunalen Ansatzes beschlossen, ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) auf der Grundlage des "Handlungsleitfadens integrierte ländliche Entwicklung" der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung zu erstellen. Erste Handlungsfelder wurden festgelegt, die im Laufe des Prozesses noch weiterentwickelt wurden.

Den Auftrag zur Konzepterstellung hat die Bürogemeinschaft aus den Büros H&S (Freising), Faust Landschaftsarchitekten (Karlstadt) sowie dem Architekturbüro Gruber-Hettiger-Haus (Marktheidenfeld) erhalten. Zum Vorsitzenden der „ILE Main-Wein-Garten“ wurde Uwe Klüpfel, Bürgermeister der Gemeinde Leinach, gewählt.

Am Donnerstag, den 23. April 2015 fand die öffentliche Auftaktveranstaltung zum ILEK in der Leinachtalhalle der Gemeinde Leinach statt. Mehr als 300 Besucher konnten sich dort über die ILE informieren und bereits erste Ideen und Vorschläge sammeln.

Die weitere Erstellung des Konzepts erfolgte in sogenannten Kompetenzteams zu den Handlungsfeldern „Leben“ (Siedlung, Infrastruktur, Verkehr), „Versorgen (Kommunale Zusammenarbeit, Daseinsvorsorge, Energie), „Arbeiten“ (Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft), „Gestalten“ (Landschaft, Umwelt) und „Sein“ (Tourismus, Kultur). In den Kompetenzteams arbeitetn aus allen Teilnehmergemeinden jeweils ein Bürger und ein Stadt- bzw. Gemeinderat mit.

Bei der Abschlussveranstaltung am 21.04.2016 stellte die Bürogemeinschaft den interkommunalen Projekt- und Maßnahmenkatalog vor. Die Teilnehmer erhielten Gelegenheit zur Diskussion und Ergänzung wichtiger Aspekte.

Das fertige Konzept wurde am 08.06.2016 der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern der acht Allianzkommunen übergeben:

ILEK Main-Wein-Garten_Endfassung Konzept